{"id":792,"date":"2014-11-18T12:28:24","date_gmt":"2014-11-18T11:28:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bezirkmediasch.ro\/cms\/?p=792"},"modified":"2021-01-31T21:34:49","modified_gmt":"2021-01-31T20:34:49","slug":"mediascher-kirchenkastell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bezirkmediasch.ro\/ro\/mediascher-kirchenkastell\/","title":{"rendered":"Das Mediascher Kirchenkastell"},"content":{"rendered":"<h4>Das Kastell<\/h4>\n<p>Von welcher Seite auch immer man sich der Stadt Mediasch n\u00e4hert, immer wird das Stadtbild von den Bauten des Kastells um den geneigten Trompeterturm, dominiert. Wenn auch der gr\u00f6\u00dfte Teil des \u00e4u\u00dferen Mauerrings, einige T\u00fcrme und Basteien, b\u00fcrgerlichen Neubauten weichen mussten, so ist das Kastell mit seinen konzentrischen Mauerringen, den f\u00fcnf Verteidigungst\u00fcrmen, der m\u00e4chtigen Margarethenkirche und dem Trompeterturm die st\u00e4rkste erhaltene siebenb\u00fcrgisch-s\u00e4chsische Stadtkirchenburg.<\/p>\n<p><strong>Es war kein Wunder, dass gerade Mediasch seine Kirche fr\u00fch durch Mauern sch\u00fctzte. <\/strong>Um das Jahr 1400 besa\u00dfen die Siebenb\u00fcrger Sachsen eine katholische Eigenkirche zu der auch die vielen Siedlungen der s\u00e4chsischen H\u00f6rigengemeinden des Komitatsbodens geh\u00f6rten. Die ersten T\u00fcrkeneinf\u00e4lle, die Pl\u00fcnderungen in den Jahren 1435 und 1438 zwangen zu neuen Schutzma\u00dfnahmen. In diesen Jahren wurde der dritte Kirchenbau, die heutige Margarethenkirche fertiggestellt. 1447 wird sie zum erstenmal erw\u00e4hnt und 1450 wird auch ein Burghauptmann, Castellan von Mediasch genannt.<\/p>\n<p>Anfang des 15. Jahrhunderts hatte der ovale Mauerring um die Kirche schon f\u00fcnf, aus Feldsteinen gemauerte T\u00fcrme. Noch vor 1500 baute man einen zweiten Mauerring um die Burg mit Torturm und Basteien im Norden und im S\u00fcden. Das Rathaus und das Pfarrhaus wurden zwischen diese Mauern gebaut. In dieser schweren Zeit vollzog sich die Reformation in Siebenb\u00fcrgen. Obwohl die Reformation von Kronstadt und Hermannstadt ausging, traf man sich im geographischen Mittelpunkt des Sachsenlandes, also in Mediasch. Im Jahre 1572 wurde der Pfarrer von Birth\u00e4lm in Mediasch zum dritten Sachsenbischof gew\u00e4hlt und so blieb dieses Amt fast 300 Jahre an Birth\u00e4lm gebunden. Der Stadtpfarrer von Mediasch wurde Generaldechant, Bischofstellvertreter und Finanzverwalter der jungen evangelischen Landeskirche, stand also mit an der Spitze der geistlichen Universit\u00e4t der Sachsen.<br \/>Zu den kirchlichen Versammlungen kamen h\u00e4ufig Landtage hinzu, die der Siebenb\u00fcrgische F\u00fcrst nach Mediasch in die gro\u00dfe Margarethenkirche einberief. Nach 1477 begann die Erbauung der Stadtbefestigung, die Mediasch zur Stadt und gleichzeitig zum Sitz des K\u00f6nigsrichters, zum Vorort der &#8222;Zwei St\u00fchle&#8220; machen sollte.<\/p>\n<h4>Die Margarethenkirche, heute evangelische Stadtpfarrkirche Mediasch.<\/h4>\n<p>Wie arch\u00e4ologische Grabungen der letzten Zeit ergeben haben, ist die Stadtpfarrkirche der dritte Sakralbau an dieser Stelle. Am Ende des 13. Jahrhunderts stand hier eine fr\u00fchgotische Basilika mit drei kurzen Schiffen und einem Westturm. 50 Jahre sp\u00e4ter musste dieses Gotteshaus vergr\u00f6\u00dfert werden, ein neuer Chor mit Sakristei wurde \u00f6stlich angebaut.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bezirkmediasch.ro\/cms2\/wp-content\/uploads\/Mediasch-Margarethenkirche-a-650x433.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" \/><\/p>\n<p>In der zweiten H\u00e4lfte des 14. Jahrhunderts wurde zwischen Turm und Sakristei ein n\u00f6rdliches Seitenschiff angebaut, das vom alten Saal durch Pfeiler und gotische Bogen getrennt war. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts -1488 &#8211; wurde der jetzige Chor mit Sakristei fertig gestellt, das neue s\u00fcdliche Seitenschiff errichtet. Die Margarethenkirche ist in ihrer heutigen Gestalt ein sp\u00e4tgotischer, dreischiffiger Hallenbau mit \u00e4u\u00dferer L\u00e4nge von 56 m und einer \u00e4u\u00dferen Breite von 20 m. Im Inneren ist das Gew\u00f6lbe 12 m hoch.<br \/>Die zweiteiligen Fenster des Nordschiffes, der Sakristei und des Chores sind hochgotisch, die dreiteiligen Fenster des S\u00fcdschiffes haben &#8222;flamboyantes&#8220; Ma\u00dfwerk der Sp\u00e4tgotik. Im Inneren der Kirche beeindrucken die gotischen Gew\u00f6lbe mit Schlu\u00dfsteinen mit segnender Hand und einer Weintraube. Die Rippen des Netzgew\u00f6lbes im Chor tragen an ihren Schnittpunkten Schilde mit Christus, Maria mit dem Kind, Evangelisten, 12 Apostel und vier Kirchenv\u00e4ter sowie Inschriftenb\u00e4nder aus dem 15. Jahrhundert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bezirkmediasch.ro\/cms2\/wp-content\/uploads\/Mediasch-Margarethenkirche-b-650x433.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" \/><\/p>\n<p>Die Kircheninnenw\u00e4nde waren bis zur Reformation mit Fresken bedeckt, die zur Zeit der Bilderst\u00fcrme und sp\u00e4ter \u00fcbert\u00fcncht worden sind. In den 70-er Jahren wurden diese Fresken zum gro\u00dfen Teil wieder freigelegt und konserviert. Sie zieren das n\u00f6rdliche Seitenschiff und die Nordwand des Mittelschiffes. Im Jahre 1680 baute die Schusterzunft eine Empore hinter der Kanzel, im s\u00fcdlichen Seitenschiff, die Kesslerzunft eine im Nordschiff.<br \/>Nach der schicksalhaften Schlacht und dem Sieg \u00fcber die T\u00fcrken auf dem Brodfeld (1479), waren Dankbarkeit und Schuldgef\u00fchl, Freude und Opferbereitschaft so gro\u00df, da\u00df die Mediascher darangingen ihrer Kirche einen neuen, pr\u00e4chtigeren, w\u00fcrdigeren Altar zu errichten. Zwischen den Jahren 1480 und 1490 wurde der sp\u00e4tgotische Fl\u00fcgelaltar, das wertvollste Schmuckst\u00fcck der Inneneinrichtung der Kirche, erstellt. Er wurde 1972\/73 von Gisela Richter restauriert und leuchtet wieder in alter Pracht.<\/p>\n<p>Die acht Tafeln der beweglichen und festen Altarfl\u00fcgel behandeln Szenen aus der Passion Christi und sind in Anlehnung an den Wiener Schottenaltar entstanden. Auf der Tafel der Kreuzigungsszene ist im Hintergrund eine Ansicht von Wien dargestellt, die zeigt, da\u00df der Altar von einem Meister der Wiener Schottenstiftschule geschaffen worden ist; die dargestellte Landschaft im Hintergrund sind die Kokelberge, so da\u00df der Meister hier gearbeitet haben mu\u00df.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bezirkmediasch.ro\/cms2\/wp-content\/uploads\/Mediasch-Altar-650x433.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" \/><\/p>\n<p>Vor dem Altar steht ein bronzenes Taufbecken mit figuralen Pflanzenornamenten und Spruchb\u00e4ndern mit gotischen Buchstaben. Es besteht aus zwei Teilen, einem konusf\u00f6rmigem, geschwungenen St\u00e4nder und einem weit ge\u00f6ffneten Kelch. Es wurde im 13. Jahrhundert gegossen und stammt noch aus der Vorg\u00e4ngerkirche. Es ist das \u00e4lteste St\u00fcck der Kirchenausstattung.<br \/>An einem Pfeiler des s\u00fcdlichen Seitenschiffes befindet sich, in der Mitte des Kirchenraumes, die gotische Steinkanzel. Sie wird von einem barocken Schalldeckel, des Mediascher Holzschnitzers Sigismund Moess im Jahre 1679 gekr\u00f6nt.<br \/>Auf der Westempore wurde schon 1621 die alte Orgel ersetzt, diese wieder um 1732 durch eine neuere. Im Jahre 1753-1755 wurde die heutige Orgel aufgestellt. Sie verf\u00fcgt \u00fcber zwei Manuale und ein Pedal, hat 24 klingende Register mit mehr als 1300 Pfeifen. Sie ist barock verziert und hat eine besonders gef\u00e4llige Klangfarbe. Die letzte Renovierung erfolgte 2005.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bezirkmediasch.ro\/cms2\/wp-content\/uploads\/Orgel-Mediascher-Margarethenkirche-624x433.jpg\" alt=\"\" width=\"624\" height=\"433\" \/><br \/>Die Mediascher Stadtpfarrkirche besitzt auch eine Sammlung kostbarer anatolischer Kn\u00fcpfteppiche, zum Teil von vor 1600 und ist nach Kronstadt und Sch\u00e4\u00dfburg die drittgr\u00f6\u00dfte im Kirchenbesitz. Der Kirchenschatz der Mediascher Stadtpfarrkirche besteht aus wertvollen vergoldeten und silbernen Kelchen, Kannen, Patenen u.a., die meisten Schenkungen aus dem 17. Jahrhundert.<\/p>\n<h4>Turnul trompetilor<\/h4>\n<p>Der Kirchturm der Stadtpfarrkirche &#8211; der Trompeterturm &#8211; ist das eindruckvollste Wahrzeichen der Stadt, nicht nur weil er das h\u00f6chste Geb\u00e4ude des Ortes ist, sondern auch Dank seiner ber\u00fchmten Schieflage. Der untere Teil stammt aus dem 13. Jahrhundert. Im 15. Jahrhundert wurde er auf f\u00fcnf Stockwerke erh\u00f6ht und war im Jahre 1488, zugleich mit der Margarethenkirche fertiggestellt worden. In der Zeit des diplomatischen Wettstreites um die Erlangung der Stadtrechte, wurde der Turm im Jahre 1550, innerhalb von nur 2 Monaten, um drei, auf acht Stockwerke gehoben, bekam seinen spitzen, mit verglasten Ziegeln gedeckten Turmhelm sowie die vier markanten Eckt\u00fcrmchen als Zeichen daf\u00fcr, dass die Stadt die Hochgerichtsbarkeit besa\u00df.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/bezirkmediasch.ro\/cms2\/wp-content\/uploads\/Zifferblatt-am-Mediascher-Trompeterturm-650x433.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"433\" \/><br \/>Hier oben hatte der Stadttrompeter seinen Wachposten bezogen. Die Trompete hei\u00dft s\u00e4chsisch &#8222;de Tramit&#8220;. Deshalb hei\u00dft der Turm im Volksmund &#8222;Tramiterturm&#8220;. Unter den Eckt\u00fcrmchen sind die Zifferbl\u00e4tter der Turmuhren aufgemalt, die langen Uhrzeiger wurden von einem gro\u00dfen mechanischen Uhrwerk angetrieben, das der &#8222;Stundensteller&#8220; oder Campanator instand hielt. Heute wird das Uhrwerk elektrisch betrieben.<\/p>\n<p>An der S\u00fcdostecke des Turmes, zwischen den Uhren, steht das h\u00f6lzerne &#8222;Stundenm\u00e4nnlein&#8220;, das mit ausgestrecktem Arm das Gl\u00f6ckchen zog, das den folgenden Stundenschlag ank\u00fcndigte, der &#8222;Turepitz&#8220;. Diese stark verwitterte Holzfigur wurde Anfang des Jahrhunderts abgenommen und in das Heimatmuseum gestellt. An ihre Stelle kam die Holzfigur eines sich auf sein Schwert st\u00fctzenden Rolands. Aber auch diese Figur verwitterte sehr stark unter dem Einfluss des sauren Regens und wurde 1984 wieder durch einen &#8222;Pitz&#8220; ersetzt. Kurtfritz Handel hat ihn aus Holz geschnitzt, ein Handwerksbursche, der mit der Hand wieder das Vorgl\u00f6ckchen des Stundenschlags zieht.<\/p>\n<p>Im Jahre 1815 wurde, nach wiederholten Blitzeinschl\u00e4gen, der Blitzableiter, sowie der neue vergoldete Turmknopf montiert und aufgesetzt.<br \/>Da der Druck des 68,5 m hohen Turmes auf dem Sandboden zu gro\u00df wurde, neigte er sich langsam nach Norden zu. In den Jahren 1927\/30 wurde unter Leitung des Stadtingenieurs Karl R\u00f6mer der Turm konsolidiert und die weitere Neigung aufgehalten. Im Jahre 1972 mussten erneut Sicherungsma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt werden. Die Neigung des Turmes ist heute bei einer Abweichung der Turmspitze um 2,32 m von der Senkrechten stabilisiert.<\/p>\n<p><em>Auszug von Pfarrer Gerhard Servatius-Depner Gustav Servatius: \u201eDas Mediascher &#8222;Kastell&#8220;, die Stadtkirchenburg, in: \u201eMediasch. Die siebenb\u00fcrgisch-s\u00e4chsische Stadt an der gro\u00dfen Kokel\u201c, Thaur bei Innsbruck, Wort und Welt Verlag, 1992.<\/em><\/p>\n<p>\t\t\t<iframe frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" marginheight=\"0\" marginwidth=\"0\" src=\"https:\/\/maps.google.com\/maps?q=mediasch%20margarhetenkirche%2C%20Rum%C3%A4nien&amp;t=m&amp;z=16&amp;output=embed&amp;iwloc=near\" title=\"mediasch margarhetenkirche, Rum\u00e4nien\" aria-label=\"mediasch margarhetenkirche, Rum\u00e4nien\"><\/iframe>\t\t<\/p>\n<h5>Mai multe informatii<\/h5>\n<p><a href=\"http:\/\/www.mediasch.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.mediasch.de<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Kastell Von welcher Seite auch immer man sich der Stadt Mediasch n\u00e4hert, immer wird<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":3889,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[147],"tags":[],"class_list":["post-792","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-tourismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bezirkmediasch.ro\/ro\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/792","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bezirkmediasch.ro\/ro\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bezirkmediasch.ro\/ro\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bezirkmediasch.ro\/ro\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bezirkmediasch.ro\/ro\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=792"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/bezirkmediasch.ro\/ro\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/792\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bezirkmediasch.ro\/ro\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3889"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bezirkmediasch.ro\/ro\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=792"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bezirkmediasch.ro\/ro\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=792"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bezirkmediasch.ro\/ro\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=792"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}